Meine Veränderung – Abnehmen – weniger Gewicht, mehr Leben

13. Juli 2015. Da war er. Der Tag, der mein Leben komplett veränderte. Es packte mich. Es war schwer, aber ich ließ nicht locker. Falsche Glaubenssätze, falsche Ansätze. Mehrere Versuche zuvor – alle scheiterten. Ich sah das Leben plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel. Verfolgt von Wille, Motivation, Opferbereitschaft und dem Drang nach Veränderung begann ein Prozess, der eine völlig neue Person aus mir machen sollte.

Wie alles begann – Abnehmen

Ich beim Tischtennistraining

Ich beim Tischtennis

Ich: 76 kg. Nach außen hin sportlich. Körperlich mehr als nicht fit. Ich trieb 3x pro Woche Sport. Das erforderte zwar keine sehr hohen Leistungen von mir, aber verausgabt habe ich mich trotzdem.

Am Sport kann meine körperliche Verfassung vordergründig wohl nicht gelegen haben. Viel eher waren es meine Glaubenssätze bzw., damals im Alter von 15 Jahren, auch die meiner Eltern. Glaubenssätze bezüglich meines Körpers und unserer Ernährung. Wer kennt die Sprüche nicht: „Das liegt in unserer Familie.“, „Unsere Knochen sind nun mal so.“, „Du isst doch nun schon nicht viel.“, „Du bewegst dich schließlich auch viel, da brauchst du das auch.“ Wir hören sie immer wieder. Irgendwann glauben wir dann natürlich auch selbst dran. Doch eins lass dir gesagt sein, zu 90% stimmt kein einziger Spruch. Für mich sind das bloße Ausreden, die dich nur davon abhalten, deinem Körper das zu bieten, was er braucht.

So beschloss ich vor 3 Jahren, das Zepter in meine eigene Hand zu nehmen und joggte los.

Warum ich dir das erzähle? Ich will dir Mut machen und dir Motivation geben. Ich möchte nicht damit angeben. Was hätte ich auch davon… Du sollst nur merken, dass es JEDER schaffen kann. Also pass‘ gut auf!

Joggen – Die Nr. 1 Sportart zum Abnehmen

Damals hatte ich schon mehrfach versucht, mit dem Laufen anzufangen. Und dabei habe ich mein Training und meinen Plan von anderen abhängig gemacht.

Ich suchte mir jemanden, der ebenfalls das Abnehmen anvisierte und traf mich unregelmäßig 2 – 3 mal zum Laufen. Das Problem: Der eine kann dann nicht, wenn der andere Zeit hat und umgekehrt. Du kennst das Spiel… SO wird das aber nichts! Nach ein paar Monaten fasste ich dann endlich den Entschluss, das Ganze allein durchzuziehen. Zum Anfang manchmal mit kräftiger Unterstützung von meiner Mama auf dem Rad (DANKE MAMA!!!), ging es an die ersten Meter. Ich suchte mir damals einen Anfänger-Laufplan aus dem Internet und hielt mir damit mein Ziel fest vor Augen: Ich möchte abnehmen und fitter werden.

Als ich mit dem Joggen begann...

Das Internet verspricht einem viel, wenn es um’s Abnehmen geht. Beim Abnehmen mit Sport steht Joggen ganz weit oben auf der Liste. Also gab ich dem einen ernsthaften Versuch. (Achtung Spoiler: Ich kann mir ein Leben ohne heute nicht mehr vorstellen.) Woche 1 – Tag 1: 8 x 2 min am Stück joggen – mein Endgegner. Was habe ich geflucht bei dieser Einheit…

Und trotzdem habe ich es durchgezogen – Veränderung

Naja, ich habe es überlebt und mich durchgekämpft. Vielleicht sollte ich aber noch erwähnen, dass der 13. Juli 2015 ein Montag war…und das war kein Zufall. Ich bin dabei gerade so noch einem all zu üblichen Fehler ausgewichen: Du schiebst dein Vorhaben auf morgen, nächste Woche, nächsten Monat oder gar nächstes Jahr. Mach das nicht!

Ich habe das gemacht, weil der Trainingsplan an einem Montag begonnen hat. Aber dafür gibt es ja eigentlich eine viel bessere Lösung. Wenn du heute den Entschluss fasst, anzufangen und solch eine blöde Ausrede findest, dein Vorhaben dafür auf irgendwann zu verschieben, wirst du vermutlich nie anfangen. Mach es doch ganz einfach so: Beginne heute schon. Mach z.B. nur die Hälfte der ersten Woche, aber fang verdammt nochmal an! Du startest heute bereits durch und fängst dann trotzdem beispielsweise Montag wirklich von vorn an. Stell dir das mal vor: Du fängst nicht komplett von Null an und hast bereits vorgearbeitet. Wie einfach muss dann für dich der erste Tag sein?! Probier’s aus!

Ohne die richtige Ernährung für dich klappt gar nichts

Zunehmend habe ich dann meinen Ehrgeiz, meine Routine und meinen Spaß am Laufen entdeckt. Ich sah erste Erfolge und eins kann ich dir versprechen, nichts wird dich mehr motivieren können, als erste Ergebnisse zu sehen. Ich sah Fortschritte beim Laufen, aber auch auf der Waage. Statt immer mehr, wurde es plötzlich immer weniger. Aber das wäre ohne eine angepasste Ernährung nicht möglich gewesen. All der Sport bringt dir nichts, wenn du nicht auch auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung achtest. Denn viel zu oft glaub wir, durch Sport lässt sich unsere schlechte Ernährung rechtfertigen. Schlechte Essgewohnheiten sind eine Belohnung für den Sport. Das funktioniert so nicht.

Ich hab mich bei Allem im Internet stundenlang belesen und mir dann meine eigene Meinung bilden können. Ich habe viel ausgetestet und meine eigene Ernährung entwickelt. Bis heute folge ich dabei keiner konkreten Ernährungsform. Jedoch habe ich mich schrittweise entwickelt, alte Glaubenssätze verabschiedet und neue Erfahrungen integriert.

Und das solltest auch du tun. Glaube nicht, durch DIE EINE Ernährungsform wirst du plötzlich schlank. Das funktioniert auf keinen Fall. DIE EINE Ernährungsform gibt es erst mal überhaupt nicht und am Ende des Tages / der Woche zählt dafür einzig das Kaloriendefizit. Also finde die Ernährung, die dir gut tut und bei der du nicht durch strikten Verzicht auf jegliche Dinge schneller Rückfälle erleidest, als du Fortschritte machen kannst.

Ein kleiner Einblick in meine Ernährung: Ich lebe weitgehend ohne Zucker, Salz, Weizenmehl, gesättigte Fette, Kaffee und Milch. Dazu verzichte ich komplett auf Alkohol und Drogen. Für (fast) alle in meinem Umfeld ist das unvorstellbar und neben meinem vielen Training einer der Hauptpunkte, den sie mir vorhalten.

Zwischen Lob und Kritik

Ich vor meiner Abnahme und 2 Jahre später - meiner Veränderung

Ja, was würden wir wohl machen, wenn wir nicht täglich unsere Anerkennung erhielten…Vermutlich eingehen wie eine Primel…Eins der schönsten und motivierendsten Dinge, die du in diesem Prozess wohl erfahren kannst, ist das Lob bzw. die Anerkennung von deinen Mitmenschen. Nicht nur du selbst siehst Resultate, auch die anderen sehen deinen Fleiß. Glücklicherweise durfte auch ich dies erfahren. Alte Bekannte von früher haben mich kaum wiedererkannt, andere haben mir nach einiger Zeit bestätigt, wie sehr ich mich ins Positive verändert habe. Das gab mir immer das Gefühl, das ich mich auf dem richtigen Weg befinde und natürlich wurde dadurch auch mein Selbstbewusstsein um ein Vielfaches gesteigert.

Aber es gibt nicht nur positive Rückmeldungen, wenn du dich so sehr veränderst. Dein Umfeld ist mit deinem aktuellen Ich meist zufrieden, hat sich an dich gewöhnt, und weiß mit dir umzugehen. Wenn du dich jetzt aber veränderst, neue Gewohnheiten entwickelst, andere Interessen hast, dann müssen sich auch die Menschen in deinem Umfeld daran gewöhnen. Du bist eben nicht mehr die Person, die du einmal warst.

Und auch ich wurde und werde damit konfrontiert. Man erklärte mir z.B., dass ich übertreibe, ich sei nicht mehr normal oder sei sogar krank. Zum Anfang kommen vielleicht auch Dinge, wie „Das schaffst du eh nicht.“ oder „Was ist, wenn …?“. Mittlerweile bin ich fast immun dagegen und reagiere auf solche Meinungen nur noch mit einem Lächeln oder sag nichts mehr dazu. Es ist sowieso zwecklos. Entscheidend ist, was du von dir hältst und diese Gedanken sollten immer positiv auf dich gerichtet sein.

Meine neue Persönlichkeit

Bis zu meinem Entschluss vor 3 Jahren war ich ein eher zurückhaltendes Mädchen mit wenig Selbstbewusstsein. Ich war wenig zufrieden mit mir selbst hatte wenig Energie und machte wahrscheinlich nur durch meine ruhige, freundliche Art einen positiven Eindruck bei anderen. Ich hatte auch damals nie das Problem, dass mich andere nicht leiden konnten. Im Gegenteil, ich habe schnell viele Kontakte knüpfen können. Allerdings hinderte mich daran natürlich mein eingeschränktes Selbstbewusstsein. Und das merkten andere auch. Ich hatte die negativen Glaubenssätze und Gedanken meines Umfeldes übernommen und kaum hinterfragt. Im Nachhinein gesehen, hatte ich schon immer das Potenzial mich von meinem Umfeld zu distanzieren und anders zu sein. Doch erst mal musste ein Schritt in diese Richtung gemacht werden.

vor meinem 1. Halbmarathon in Berlin 2018

Durch den Sport, meine Erfolge, mein neues Äußeres und die Anerkennung und Kritiken anderer, bekam mein Selbstbewusstsein einen enormen Push. Ich fühlte mich gestärkt, positiv und hatte ein neues Lebensgefühl. Ich begann dadurch meinen Horizont zu erweitern und neue Perspektiven zu sehen. Endlich hatte ich etwas gefunden, dem ich vollends nachgehen konnte und vor allem wollte. Ich habe einfach mein Ding durchgezogen.

Wenn ich heute zurückblicke, haben mich alle meine Rückschläge währenddessen stärker gemacht, auch wenn das in diesen Momenten nur schwer zu verstehen war. Die letzten 3 Jahre wirken wie eine halbe Ewigkeit, und dennoch ist es keine all zu lange Zeit. Trotzdem ist es auch in so einer kurzen Phase möglich, eine Menge zu schaffen. Ich weiß heute, wozu ich fähig sein kann und das dies auch noch nicht alles war, was ich erreichen kann.

 

Ich hoffe sehr, dass dich meine Geschichte hier inspirieren konnte. Möglicherweise kannst du etwas Motivation mitnehmen, um auch in deinem Leben heute noch deine Veränderung einzuleiten. Ich wünsche dir dabei herzlichst alles Beste!

Schreib mir gerne deine Geschichte oder deine Erfahrungen! Ich bin gespannt!

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